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August 28, 2026

Legionellen im Trinkwasser – was Sie wissen sollten

Wasser ist für uns selbstverständlich. Wir öffnen den Wasserhahn, duschen, kochen oder füllen ein Glas – und machen uns normalerweise keine weiteren Gedanken darüber.

Das ist auch gut so.

Trotzdem gibt es ein Thema, das besonders in den warmen Monaten immer wieder auftaucht: Legionellen.

Ein Legionellenausbruch in Basel-Stadt sorgte im Sommer 2026 für Schlagzeilen. Doch was sind Legionellen eigentlich? Können sie auch in einem Wohnhaus vorkommen? Und muss man sich deshalb Sorgen machen?

Die kurze Antwort: Legionellen sollte man ernst nehmen – Angst vor dem eigenen Trinkwasser muss man deswegen aber nicht haben.

Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in wässrigen und feuchten Umgebungen vorkommen.

Problematisch können sie werden, wenn sie in technischen Wassersystemen günstige Bedingungen vorfinden. Besonders gut vermehren können sie sich bei Wassertemperaturen zwischen etwa 25 und 45 °C.

Auch Wasser, das über längere Zeit nicht erneuert wird, kann die Vermehrung begünstigen.

Gefährlich ist nicht das Trinken

Hier gibt es oft ein Missverständnis.

Eine Ansteckung erfolgt hauptsächlich durch das Einatmen feinster Wassertröpfchen, sogenannter Aerosole. Diese entstehen beispielsweise beim Duschen.

Das Trinken von Wasser stellt grundsätzlich keine Gefahr dar, da verschluckte Legionellen durch die Magensäure abgetötet werden.

Gelangen Legionellen hingegen über Aerosole in die Atemwege, können sie unter anderem die sogenannte Legionärskrankheit auslösen – eine Form der Lungenentzündung, die insbesondere bei älteren Menschen, Rauchenden und Personen mit geschwächter Immunabwehr schwer verlaufen kann.

Warum ist die Wassertemperatur wichtig?

Für die Trinkwasserinstallation spielt die Temperatur eine entscheidende Rolle.

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt bei sanitären Installationen:

60 °C am Ausgang des Wassererwärmers bzw. Boilers, mindestens 55 °C im Warmwasser-Leitungssystem und Kaltwasser unter 25 °C.

Gerade beim Warmwasser braucht es deshalb Augenmass: Energie zu sparen ist sinnvoll. Die Boilertemperatur einfach immer weiter abzusenken, ist jedoch nicht automatisch die beste Lösung. Energieeffizienz und Trinkwasserhygiene müssen gemeinsam betrachtet werden.

Auch das Kaltwasser gehört dazu. Während längerer Hitzeperioden kann es schwieriger werden, dieses wirklich kalt zu halten.

Eine höhere Kaltwassertemperatur bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Legionellenproblem besteht. Temperatur ist nur einer von mehreren Faktoren.

Wasser soll fliessen

Mindestens ebenso wichtig ist der regelmässige Wasserwechsel.

Im Alltag geschieht das meistens von selbst: Wir duschen, kochen, waschen die Hände oder benutzen die Waschmaschine.

Anders sieht es bei selten benutzten Wasserstellen aus – beispielsweise in einem Gästezimmer, einer Ferienwohnung oder bei Leitungsabschnitten, die kaum noch genutzt werden.

Nach längeren Nutzungspausen sollte das Wasser deshalb wieder ausreichend fliessen. Bei der Planung einer Installation gilt zudem: unnötige Leitungswege und Toträume möglichst vermeiden.

Muss ich zuhause etwas unternehmen?

Im normalen Wohnhaus erstaunlich wenig.

Einige einfache Grundsätze helfen:

  • Warmwassertemperatur nicht ohne fachliche Beurteilung stark reduzieren.
  • Selten benutzte Wasserstellen nicht über längere Zeit vergessen.
  • Nach längeren Nutzungspausen die Leitungen ausreichend spülen.
  • Nicht mehr benötigte Leitungsabschnitte bei Umbauten fachgerecht zurückbauen lassen.

Mehr Aktionismus ist im normalen Haushalt nicht automatisch besser.

Und was war in Basel?

Der Legionellenausbruch im Sommer 2026 hat verständlicherweise für Aufmerksamkeit gesorgt.

Wichtig ist die Einordnung: Die Ursache lag nicht in den untersuchten Trinkwasserinstallationen der betroffenen Wohnungen. Als Quelle des Ausbruchs wurden stillgelegte Kühltürme identifiziert.

Der Fall zeigt also nicht, dass unser Trinkwasser plötzlich gefährlich wäre. Er erinnert vielmehr daran, dass Legionellen überall dort zum Thema werden können, wo Wasser, geeignete Temperaturen und technische Anlagen zusammentreffen.

Unser Fazit

Legionellen sind ein ernst zu nehmendes Thema – aber kein Grund, mit einem unguten Gefühl unter der Dusche zu stehen.

Eine gute Trinkwasserhygiene beginnt bereits bei der Planung: mit richtigen Temperaturen, sinnvoll dimensionierten Leitungen und einem regelmässigen Wasserwechsel.

Eine gute Sanitärinstallation bemerkt man im Alltag kaum. Und genau so sollte es sein.

Bei Fragen zu Ihrer Warmwasseranlage oder Trinkwasserinstallation sind wir gerne für Sie da.

Quellen

Dieser Beitrag basiert auf den aktuellen Informationen und Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sowie den offiziellen Informationen des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt zum Legionellenausbruch 2026.

Stand: August 2026

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